Von der Straße aus sieht man es kaum. Aus der Luft dagegen sofort: Auf dem Dach des Capitol liegt seit Kurzem eine Photovoltaikanlage — Reihe an Reihe, über die gesamte Fläche, bis in den letzten Winkel der verwinkelten Dachlandschaft.
81 Module sind es geworden, jedes mit 485 Watt. Zusammen rund 39 Kilowatt Leistung. Damit ist das Capitol beim Thema Strom für die Zukunft aufgestellt — und zwar das ganze Haus.

Ein Dach für zwei
Unter diesem Dach passieren zwei Dinge. Oben wird getanzt: Im Capitol Tanzhaus laufen Kurse, Workshops und Feste, oft bis spät. Unten im Erdgeschoss wird gekocht und bewirtet: Im Tapas y más stehen Herd und Kühlung praktisch den ganzen Abend unter Strom.
Beides braucht Energie, und beides profitiert jetzt von derselben Anlage. Der Strom entsteht auf dem Dach und fließt direkt dorthin, wo er gebraucht wird — ohne lange Wege.
Heizung und Klimaanlagen werden bezahlbar
Das ist der Punkt, den man im Betrieb am deutlichsten merkt. Heizung und Klimaanlagen gehören zu den größten Stromfressern in einem Haus wie unserem — ein voller Tanzsaal will gekühlt werden, ein Restaurant im Sommer ebenso.
Diese Technik künftig zu einem guten Teil mit dem eigenen Dachstrom zu betreiben, macht sie bezahlbar. Und der Zeitpunkt passt: Wenn die Klimaanlagen am meisten zu tun haben, scheint auch die Sonne am kräftigsten.

Ein neues Dach und eine Anlage in einem Zug
Eine Photovoltaikanlage ist immer nur so gut wie das Dach, auf dem sie liegt. Deshalb wurde beides zusammen gemacht: Dach erneuern und Module verlegen, in einem Aufwasch. Das spart Gerüst, Zeit und Nerven — und sorgt dafür, dass Dach und Anlage von Anfang an zusammenpassen, statt in ein paar Jahren gegeneinander zu arbeiten.
Sieben Wochen hat das gedauert. Sieben Wochen Gerüst am Haus, Material über die Straße, Handwerker auf dem Dach — und ein Betrieb, der unten weiterlief.
🗂 Sieben Wochen in Bildern (17 Bilder)
Danke an die, die es gebaut haben
So ein Projekt steht und fällt mit den Handwerkern. Unser herzlicher Dank geht an:
Dachdecker Volker Voßeler — für Planung und Umsetzung und für die vielen Tipps unterwegs. Wer sich die Bilder ansieht, ahnt, was das für eine Aufgabe war: verschachtelte Flächen, mehrere Ebenen, Gauben und Kamine dazwischen. 81 Module wollen auf so einem Dach erst einmal untergebracht sein — hier musste jede Bahn sitzen. Dass dabei nicht nur gearbeitet, sondern auch mitgedacht und beraten wurde, hat das Ergebnis besser gemacht.
Elektriker Tim Neumann — für die Unterstützung auf der elektrischen Seite. Das ist der Teil, den am Ende niemand sieht und ohne den nichts läuft.
System-Gerüstbau — für das Gerüst, das die ganze Arbeit überhaupt erst möglich gemacht hat. Auf den Luftbildern ist es noch zu sehen, rund ums Haus. Ein Gerüst ist das erste, was kommt, und das letzte, was geht — und solange es steht, muss darauf Verlass sein.
Und nicht zuletzt der Stadt Lüdenscheid, Fachdienst Bauservice, die die Erneuerung des Daches im öffentlichen Bereich unproblematisch möglich gemacht hat. Ein Dach mitten in der Altstadt erneuert man nicht, ohne den Gehweg und ein Stück Straße in Anspruch zu nehmen. Dass das unkompliziert und zügig genehmigt wurde, hat dem ganzen Projekt Wochen erspart — und den Nachbarn eine lange Baustelle.
Allen ein großes Dankeschön für die saubere Umsetzung.
Damit geht ein großes Projekt zu Ende. Sieben Wochen, ein neues Dach, 81 Module — und ein Capitol, das einen Schritt weiter ist: unabhängiger, nachhaltiger und gut gerüstet für das, was kommt. Für den Tanzsaal oben wie fürs Restaurant unten.

















